Herðubreið: „Königin der Berge“

Der Vulkan wirkt fast wie ein Bauwerk, eine Burg, kostbar mit seiner leuchtenden Schneekappe. Es gilt heute als sicher, dass dieser Berg die Götterburg Asgard der Sagas ist.
Herðubreið – „Die Breitschultrige“ – ist ein mächtiger Tafelvulkan im isländischen Hochland, der zum Vulkansystem der Askja gehört. Schon von weitem und aus vielen Richtungen gut sichtbar – er überragt die Ebene um rund 1.000 Meter – erhebt sich der Vulkan aus dem Ódáðahraun, dem sogenannten „Missetäterlavafeld“. Er wirkt fast wie ein Bauwerk, eine Burg, kostbar, mit seiner leuchtenden Schneekappe. Wegen der besonders schönen und markanten Form wird die Herðubreið auch „Königin der Berge“ genannt. Vulkane sind übrigens im Isländischen weiblich. Erscheint die Herðubreið am Horizont, fühlt man sich unvermittelt hingezogen. Man möchte den Vulkan aus der Nähe sehen und erkunden. Man kann den Blick nicht lassen von dieser anziehenden, ja verheißungsvollen Gestalt, denn, tatsächlich ist der Berg aus Glas – genauer gesagt aus Hyaloklastit, Vulkanglas. Ein Vulkanberg aus Hyaloklastit beginnt bei einem bestimmten Winkel der Sonneneinstrahlung geheimnisvoll zu strahlen und zu leuchten – scheinbar von innen her.

Islands schönster Berg und Sitz der Götter

Es gilt heute als sicher, dass die Herðubreið „Asgard“ ist, der legendäre Wohnsitz der Götter der nordischen Mythologie. Am Fuße des Berges liegt noch eine in dieser Wüstenlandschaft unerwartete Schönheit: die Oase Herðubreiðlindir. Aus dem Untergrund austretende Quellen haben hier ein wahres Pflanzenparadies geschaffen. Hier lebte im 18. Jahrhundert für einige Jahre der legendäre Geächtete Fjalla-Eyvindur. Wer diesen Ort einmal gesehen hat, kann sich nicht vorstellen, wie er hier überleben konnte.
3 Ansichten des Vulkans Herðubreið
Lange Zeit hat man gerätselt, wie es zu der Erscheinung der Tafelvulkane kommen konnte, die unvermittelt aus einer weitgehend flachen Umgebung auftauchen. Nun weiß man, dass unter einer dicken Eisschicht ein Vulkan ausbricht und die Lava das Eis schmilzt, bis sie ihrerseits an der Eismasse wieder erstarrt. An der Höhe der Herðubreið über der Ebene kann man sehr gut die Dicke des Eispanzers ablesen, der in der letzten Eiszeit das Land bedeckte. Lange Zeit galt der Vulkan als unbezwingbar. Es wurde auch nicht versucht, galt der Vulkan doch als Sitz der Götter. Erst im Jahre 1908 gelang es dem deutschen Geologen Hans Reck, dem späteren Ehemann der Ina von Grumbkow, gemeinsam mit dem Isländer Sigurður Sumarliðason, den Berg zu bezwingen. Heute erfolgt der nicht ungefährliche und nur mit professioneller Bergsteigerausrüstung zu schaffende Aufstieg von der Nordostseite des Berges aus. Zur Herðubreið kann man nur mit Geländewagen gelangen, da man hier schwere Pisten bewältigen muss.


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Daten & Fakten
Herðubreið
GPS:65° 10' 38.18" N
16° 20' 50.92" W
Höhe:1.682 m
Entfernung:193 km von Akureyri
581 km von Reykjavík

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