Askja: gigantischer Zentralvulkan

Mitten im Hochland nördlich des Vatnajökull liegt einer der eindrucksvollsten Vulkane Islands – die Askja

. Ein wahrhaft magischer Ort.
Bevor Neil Armstrong seinen historischen Flug zum Mond antrat, trainierter er mit seinem Team auf einem Vulkan, an der Askja. Wo sonst hätte er das realistischer tun können. Die Landschaft der Askja wirkt tatsächlich wie auf einem fremden Planeten. Askja bedeutet im Isländischen „Schachtel“ – in der Sprache der Geologen aber „Caldera“. Und das Vulkansystem der Askja besteht gleich aus drei Calderen, die zusammen das Dyngjufjöll-Bergmassiv bilden. Dieses riesige aktive Vulkansystem liegt mitten im Hochland nördlich des Vatnajökull. Bis zu einer Höhe von 800 Metern ragt es aus der Lavawüste des Ódáðahraun.

Askja hat eine lange Geschichte gewaltiger Eruptionen. Auf dem Höhepunkt der letzten eruptiven Phase entstanden im Jahre 1875 sowohl der große Krater, der heute vom 200 Meter tiefen Öskjuvatn gefüllt wird, als auch der kleinere Viti-Krater. Viti heißt „Hölle“. Dieser kleine Krater mit einem Durchmesser von 100 Metern beherbergt ebenfalls einen See. Sein Wasser wird von warmen schwefelhaltigen Quellen gespeist und ist 23°C warm. Daher ist der Viti-Krater auch eine beliebte Badegelegenheit. Allerdings muss man zum Baden die steilen rutschigen Hänge 50 m nach unten bis zum Wasserspiegel hinabsteigen. Denkt man an seine Entstehungsgeschichte, ist das Baden im Krater schon ein mutiges Unterfangen…

Askja ist ein wahrhaft magischer Ort.

Campingplatz an der Askja
Askja ist ein mystischer Ort. Nähert man sich diesem Vulkansystem über die Ebenen des Ódáðahraun, bietet sich dem Reisenden ein majestätischer Anblick und es stellt sich ein Gefühl von Unwirklichkeit ein. Erreicht man Askja im Abendlicht, wird das Gefühl noch stärker. Dazu kommt oft eine geradezu magische Stille. Es ist eine geheimnisvolle, schwer zugängliche Welt.
Eingang zur Schlucht Drekagil an der Askja
Direkt am Zeltgelände an der Dreki-Hütte ist der Eingang zur Drekagil – der Drachenschlucht, einem der Highlights der Askja.
Direkt am Zeltgelände an der Dreki-Hütte beginnt eines der Highlights von Askja – die Drekagil (Drachenschlucht). Ein Bach hat sich hier einen tiefen Canyon gegraben, an dessen Ende sich ein Wasserfall findet. Von der Dreki-Hütte aus führt eine 8 Kilometer lange und schwierige Piste durch das 1961 entstandene Lavafeld Vikrahraun zur Caldera. Vom Parkplatz am Ende der Piste F894 geht’s nur noch zu Fuß weiter. Nach 20-minütigem Fußmarsch steht man dann am Öskjuvatn und dem Viti-Krater.

Askja ist auch der Schauplatz einer tragischen Geschichte. Im Juli des Jahres 1910 verschwanden hier der deutsche Geologe Walther von Knebel und der Maler Max Rudolff während einer Faltboot-Expedition auf dem Öskjuvatn spurlos. Knebels Verlobte – Ina von Grumbkow – versuchte, das Geheimnis mit einer eigenen Expedition an die Askja zu ergründen, allerdings erfolglos. Das Rätsel ist bis heute ungelöst geblieben.
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Askja - geheimnisvoller Vulkan
Askja - Stimmung
Askja - Wind und Licht
Askja - Abendstimmung
Askja - Ida von Grumbkow in Ihrem Roman Islafold:
Über die Höhen zur Ostwand des Sees gehend, fanden wir den von Thoroddsen erwähnten, außerordentlich schönen Obsidian (Glasfluß). Er ist tiefschwarz und großenteils völlig frei von fremden Einschlüssen. An der Flanke der Bergwand steht er, in einer mehrere Fuß starken Schicht, unter der Lava an. Riesige Blöcke waren durch die Erosion losgenagt und herabgestürzt. In wildem Chaos lagen sie unten, im Sturz zersprengt und die mannigfachen Bruchflächen gaben spiegelgleich die darauf spielende Sonne wieder. Geblendet sah das Auge in all das Funkeln und Sprühen, gleich der unter Mittagsstrahlen flimmernden Meeresflut.
Tiefblau schauen die wilden Bergzacken seines Vorgebirges Kverkfjöll aus dem Gletschermantel hervor. Eine stumme Großartigkeit atmet der Vatnajökull. Jahrtausende fühlt man sich zurückversetzt, — die kalte Öde gibt ein Bild von dem Chaos, ehe das Licht kam: die Erde war wüst und leer. Es war nicht immer so, wie wir es sehen, es wird auch nicht immer so bleiben, nur die Starrheit täuscht völlige Leblosigkeit vor. Die Zeit steht scheinbar still hier, — aber wie das unsichtbar arbeitende Stundenrad im Uhrwerk, wandelt sich durch die Jahrzehnte langsam das Bild. Auch hier ist die vulkanische Tätigkeit noch nicht erloschen, die machtvolle Umarmung ewigen Eises hat das Feuer der Tiefe nicht ersticken können, feine Rauchstreifen über dem Gletscher verraten seine Atemzüge. Das Schweigen der Weiten stört kein Laut als der Wind, der um die Klippen singt, die hinter unserm Rücken jäh zum Knebel-See abfallen, kein wahrnehmbarer Wechsel als das Wandern der Schatten vom Wandel der Sonne vorgeschrieben. Wenn hier der Hochsommertag vorüberzieht, ohne daß sein Licht einen Hauch jauchzenden Lebens weckt, wie mag die Winternacht aussehen?!
Dicht hinter mir stieg die dunkle Bergwand auf, vor mir die erstarrten Fluten des hier fast 2 km breiten Lavastroms, jenseits begrenzt von den bunten mit einigen schmutzigen Schneeflecken versehenen Schlackenbergen. Grotesk leuchteten einige von ihnen in dem auffallenden Sonnenlicht ziegelrot, andere wiesen deutliche Streifung von heller und weniger stark gebrannter Schlacke. Sehr fern ragte mattlila die Spitze des Herdubreið mit einem schiefen Schneemützchen darüber hinweg. Der Wind sang und klagte wieder um die Bergzinnen, alles war düster und traurig und schuf mit der wilden Szenerie, die mich umgab, die verkörperte Erinnerung an wunderliche, alte Märchen, die einst die Kindesphantasie beängstigten.
Die Nacht, die diesem Sommertage folgte, war unvergleichlich schön. Wir hatten bis um 11 Uhr gearbeitet, als ich dann zu meinem Zelt hinüberging, war der Mond aufgegangen. Sein mildes Licht beschien die in breiten Wolken dampfenden Solfataren der Südwand. Von hier und dort klangen neue und fremdartige Geräusche, die Mengen am Tage rasch eingesickerten Schneewassers mochten im Innern von Stufe zu Stufe nagen. Ein sonderbarer Ton fesselte mich, — wie regelmäßige Ruderschläge tönte es herüber von der Ostseite des Sees. Der Klang war so überzeugend, daß ich erwartete, im nächsten Augenblick einen Anruf zu hören, ein Boot zu sehen. — Nach Minuten schon aber mußte ich mir klar machen, daß eine unauffindbare Ursache, vielleicht ein neugebildeter Tropfenfall mit starker Resonanz die Täuschung hervorgerufen, die sich mit so zwingender Lebendigkeit in die Gedankenverbindungen der Gegenwart einfügte. Mehrfach noch lauschte ich in dieser Nacht hinaus, immer wieder derselbe Klang, wie vom kräftigen, gleichmäßigen Ruderschlag, bald sich scheinbar nähernd, bald wieder ferner wie verklingend, — ein Gruß der Vergangenheit.
Die Sonne war gesunken, rötlich erstrahlten die Zinnen der Ostwand im Abendglühen. Mit verklärtem Schein aus seligen Landen spiegelte der Himmel sich in dem abgrundtiefen See, dessen Wellen, von der Abendbrise bewegter als am Tage, die Bootflanken trafen. In breitem Streifen zuckte stundenlang ein weißliches Nordlicht seine Strahlengarben über die Himmelsbreite von Nord nach Süd, den Zenitschneidend. Als wir um 9 Uhr das Zelt erreichten, kämpften noch immer die kristallklaren Tagesfarben vom Westen mit dem violetten Blau der dämmernden Himmelskuppel.
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Daten & Fakten
Askja
GPS:65° 0' 50.79" N
16° 50' 23.85" W

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