Islands Vegetation: Engelswurz
Sehen & Erleben

Pflanzenwelten

Islands Vegetation: fragile Schönheiten
Island besitzt eine fragile und wunderbare Pflanzenwelt. Aufgrund der kurzen Vegetationszeit sind die Folgen von Schädigungen der Vegetation trotz Gegenmaßnahmen zum Teil noch nach Jahrhunderten sichtbar.
Im Tertiär muss Island vollkommen anders ausgesehen haben, das zeigen die Braunkohlelager und die aufgefundenen Pflanzenfossilien. Die Eiszeiten jedoch machten dieser reichen Vegetation ein Ende. Einige Pflanzenarten konnten auf Island überdauern und besiedelten mit weiteren eingewanderten Arten die Insel neu, dabei wird angenommen, dass mehr als die Hälfte der Arten schon vor den Eiszeiten auf Island heimisch war. Heute finden sich nur etwa 450 verschiedene Arten von Blütenpflanzen, aber auch mehrere 100 Moos- und Flechtenarten. Insbesondere für Botaniker ist die Mischung aus nordamerikanischen (10%) und europäischen (90%) Pflanzenarten interessant. Insgesamt gesehen ist die Vegetation derjenigen von Norwegen vergleichbar, mit allerdings weniger Arten und einem wesentlich geringeren und an Wuchshöhe auch niedrigeren Baumbestand.


Die Wälder
Projekte zur Aufforstung
Erosion
Der größte zusammenhängende Wald Islands ist heute der Hallormsstaðaskógur, der seit 1905 unter Naturschutz steht. Dieser Wald, in dem auch Island höchster Baum – eine 1938 gepflanzte russische Lärche – steht, liegt am See Lögurinn in der Nähe von Egilsstaðir im Osten Islands. Die großen frühen Nadelwälder sind den Eiszeiten zum Opfer gefallen, die einzigen Bäume, die zur Zeit der Landnahme Wälder bilden konnten, waren Moorbirken. Und die fielen zu großen Teilen der Beweidung und der Nutzung als Bau- und Brennholz zum Opfer.
Wenger als 2 % der Fläche Islands ist heute von Wald bedeckt. Seit rund 100 Jahren bemüht man sich darum, die Waldflächen zu vergrößern. Die staatliche Forstverwaltung Islands hat immer auch private Landbesitzer ermutigt, Bäume zu pflanzen. Ein Viertel aller Höfe beteiligt sich heute am staatlichen Aufforstungsprogramm. Einer dieser Landbesitzer hat in einigen Jahrzehnten rund eine Million Bäume gepflanzt. Ziel der Programme ist es, wieder rund 5 % der Fläche des isländischen Tieflands aufzuforsten.
Die Erosion ist das größte Problem der isländischen Pflanzenwelten. In diesem rauen Land am Polarkreis brauchen Pflanzen sehr lange, um stabile Gemeinschaften zu bilden. Daher ist es vor allem im Hochland so immens wichtig, die Wege nicht zu verlassen. Ist die fragile Pflanzendecke durch Fahrzeuge oder Wanderer erst einmal beschädigt, kommt es durch Regen und Wind schnell zu großflächigen Zerstörungen. Es braucht Jahrzehnte, bis solche Wunden verheilen können.
Islands Vegetation: Zwergbirken

Die Geschichte der isländischen Wälder

Noch zu Zeiten der Besiedelung durch den Menschen war Island waldreich, die Abholzung und anschließende landwirtschaftliche Nutzung und Überweidung aber hatten trotz relativ früher Aufforstungsbemühungen eine massive Reduzierung des Baumbestandes zur Folge. Dennoch finden sich nach wie vor Wälder, wobei sich der Mitteleuropäer erst an das Bild eines isländischen Waldes mit seinen eher strauchgroßen, von Wind und Wetter gezeichneten Bäumen, die nur in geschützten Lagen Höhen von ca. 10 Metern erreichen, gewöhnen muss. Neben diesem subpolaren Wald finden sich auf Island 5 weitere Pflanzengesellschaften, die Zwergstrauchheide, die Gebirgszwergstrauchtundra, die Moostundra, die Melur-Vegetation (zerstreut auf Kies und Lava wachsende Pflanzengemeinschaften) sowie Flachmoore und Feuchtwiesen. Viele Gegenden aber sind sehr rau und deshalb kaum oder nicht bewachsen. Die Humusschicht ist sehr dünn und nicht besonders fest mit dem Untergrund verbunden, sondern liegt diesem vergleichsweise locker auf. Deshalb ist es immens wichtig, die Pflanzendecke nicht zu zerstören, da es ansonsten aufgrund des Windes schnell zu erosiven Abtragungen kommt. Daran sollten Sie bei einem Besuch Islands immer denken. Und wenn sie mit Fahrzeugen unterwegs sind, verlassen Sie die ausgewiesenen Wege nicht und gehen Sie beim Wandern sorgsam mit der Natur um.

Der Botanische Garten in Akureyri überrascht auch mit exotischer Vegetation.

Bilderserie Islands Vegetation
Einen Überblick über die isländische Flora bieten die botanischen Gärten in Reykjavík, aber insbesondere der Lystigarður Akureyrar in Akureyri, der auch viele Pflanzen aus anderen Regionen beheimatet. Als Besucher wird man sich wundern, was für Pflanzen sich so weit nördlich mit Erfolg kultivieren lassen. Ein ganz anderes Wunder ist das zum Weltkulturerbe erklärte Surtsey, Islands jüngste vulkanische Insel. Auf ihr beobachten Wissenschaftler seit ihrer Entstehung im Jahr 1963 den Verlauf der Besiedelung eines ursprünglich trostlosen Lavagesteins durch Pflanzen und Tiere. Um diesen Prozess möglichst wenig zu stören, ist der Zugang zur Insel streng reglementiert und nur für wissenschaftliche Zwecke erlaubt.


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