Die Westmännerinseln: Leben auf dem Vulkan

30 Inseln und Schären bilden den Archipel der Westmännerinseln vor der Südküste Islands. Erst vor 5.000 Jahren tauchten die letzten aus dem Meer auf.
Vor rund 10.000 Jahren begannen die Westmännerinseln aus dem Meer aufzutauchen, die letzten erst vor 5.000 Jahren. Entstanden sind sie durch unterseeische Vulkanausbrüche. Und das jüngste der Eilande der Westmännerinseln – isländisch Vestmannaeyjar – ist das nach dem Feuergott Sutur benannte „Surtsey“. Diese heute zum UNESCO Welterbe gehörende Insel entstand durch einen submarinen Vulkanausbruch, der am 14. November des Jahres 1963 um 07:00 begann und bis 1967 andauerte. Benannt sind die Westmännerinseln nach Nordmännern, die in Irland gelebt haben. Eine andere Geschichte sagt, dass 5 irische Sklaven, die auf Island einen Mord begangen hatten, auf diese Inseln flohen, wo sie allerdings ihrer Bestrafung nicht entgingen. Die Iren nannte man damals „Westmänner“. Bewohnt sind die Westmännerinseln seit der Zeit der Landnahme – heute nur noch die Hauptinsel Heimaey.
Blick über die Westmännerinseln

Geschichten von den Westmännerinseln

Einmal im Jahr im August und September, wenn der Nachwuchs der Papageitaucher – von denen es auf den Westmännerinseln Tausende gibt – flügge wird, machen die Kinder von Heimaey die Nacht zum Tag. Sie sammeln alle jungen Papageitaucher ein, die sich bei ihrem ersten Start verflogen haben und in den Straßen und Gärten der Stadt „notgelandet“ sind. Sie versorgen die jungen Flieger liebevoll in gut gepolsterten Kartons und bringen sie am nächsten Morgen ans Meer, wo sie ihre zweite Chance bekommen. Das sind richtige Wettbewerbe geworden und der beste Retter wird ausgezeichnet. Eine andere „Rettung“ allerdings verlief am Ende tragisch. Der einst vor Island gefangene Schwertwal „Keiko“ (bekannt durch dem Film „Free Willy“) wurde nach Jahren in einem amerikanischen Vergnügungspark 1998 zu den Westmännerinseln gebracht, um ihn wieder auszuwildern. Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde er von den Westmännerinseln aus in die Freiheit entlassen. Er wanderte sogar bis nach Norwegen, starb dort aber viel zu früh an einer Lungeninfektion.

Der 23. Januar des Jahres 1973, 01:55 Uhr auf den Westmännerinseln

Vulkanausbruch des Helgafell 1973
In dieser Nacht brach eine Katastrophe über die Westmännerinseln herein. Eine Vulkaneruption riss die Bewohner der Insel aus dem Schlaf. Mitten in der Nacht brach auf einer Länge von 1.600 Metern die Erde am Vulkan Helgafell auf und begann Asche und Lava zu speien. Ein gewaltiger Lavastrom wälzte sich auf die Hauptstadt und den Hafen zu. Da die Fischereiflotte wegen eines Sturms im Hafen geblieben war, konnte die Evakuierung sofort beginnen – bereits am Vormittag des folgenden Tages waren die rund 5.000 Einwohner in Sicherheit. Nicht aber ihre Häuser! Und auch nicht der Hafen. Die auf der Insel gebliebenen Rettungstrupps stellten sich dem Lavastrom mit starken Pumpen und Schläuchen entgegen. Mit Seewasser kühlten sie die Lavawalze ab und brachten sie letztlich zum Stehen. Was für eine Leistung und was für ein Mut! Trotzdem konnten 400 Häuser nicht mehr gerettet werden. Den Lavastrom kann man heute gut sehen, auch einige der zerstörten Häuser, die man inzwischen ausgegraben hat.

Heute scheint das Leben auf der Insel davon unbeeindruckt. Durch den regelmäßigen Pendelverkehr mit der Autofähre „Herjólfur“ sind die Westmännerinseln gut zu erreichen. An der Südküste Islands in der Nähe des Seljalandsfoss wurde im Jahre 2010 ein neuer Hafen fertiggestellt, der eine nur 30-minütige Überfahrt möglich macht. Die Menschen auf den Westmännerinseln leben auch heute hauptsächlich vom Fischfang und der Fischverarbeitung, inzwischen auch vom Tourismus. Die Hauptinsel Heimaey hat eine Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten: ein hochinteressantes Heimatmuseum, eine alte norwegische Stabkirche und eine der ältesten Steinkirchen Islands, das Sæheimar Aquarium und einen 18-Loch-Golfplatz. Natürlich kann man die Spuren der Eruption von 1973 heute noch sehen und ein Gefühl dafür bekommen, wie gefährlich so ein Leben auf dem Vulkan sein kann.


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Daten & Fakten
Die Westmännerinseln
GPS:63° 26' 52.77" N
20° 15' 8.07" W
Fläche:17 km2
Einwohner:4.264
Anfahrt:Ringstraße und
Autofähre „Herjólfur“

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