Reykjanes: die heiße Halbinsel
Die stiefelförmige Halbinsel Reykjanes im äußersten Südwesten Islands liegt direkt auf einer vulkanisch sehr aktiven Zone. Hier kann man das Auseinanderdriften zweier Kontinentalplatten quasi live sehen.
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Überall in der Landschaft der Halbinsel Reykjanes ist der aktive Vulkanismus spürbar. Hier ein Blick von den Kirchenruinen von Krýsuvík auf das gleichnamige Solfatarenfeld.
Beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen Keflavík ist Reykjanes das erste, was der Reisende von Island sieht. Die stiefelförmige Halbinsel liegt südwestlich der Hauptstadt Reykjavík, wobei sich Reykjanes (isländisch: Rauchspitze) heute vorwiegend auf die äußerste Südwestspitze der Halbinsel bezieht. Reykjanesskagi liegt unmittelbar über der Riftzone und zwar an der Grenze der sich voneinander entfernenden amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatten – und das jährlich mit bis zu 2 cm. Die ganze Halbinsel ist durch aktiven Vulkanismus geprägt, da sie die überirdische Fortsetzung des Mittelatlantischen Rückens darstellt. Aufgrund dieser aktiven Vulkansysteme scheint es sich hier auch um Islands heißesten Punkt zu handeln, denn unter dem Zentralvulkan Gunnuhver wurden in einer Tiefe von 1.000 m noch Temperaturen von 300° C gemessen. Die letzten Vulkanausbrüche ereigneten sich auf Reykjanes im 14. Jahrhundert.
Reykjanes: Vulkanische Höhlen, Solfatarenfelder und die „Blaue Lagune“
Neben der weltberühmten Blauen Lagune ist die Halbinsel Reykjanes touristisch noch wenig erschlossen. Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken: riesige Lavahöhlen wie zum Beispiel die größte Höhle Islands, die Raufarholshellir, Solfatarenfelder wie das bei Krýsuvík, den wunderschönen und oft spiegelglatten See Kleifarvatn oder die Leuchttürme von Garður, von denen aus man fantastische Sonnenuntergänge sehen kann. Der größere der beiden Leuchttürme dient heute auch zur Vogelbeobachtung, da auf der Halbinsel Reykjanes im Frühsommer viele Zugvögel wie Kanadagänse oder Küstenseeschwalben brüten. Vor der Küste liegt die Insel Eldey, die „Feuerinsel“ – ein rund 70 Meter hoher Felsklotz, auf dem die weltweit letzten zwei Exemplare des heute ausgestorbenen Riesenalks im Jahre 1844 zu Tode kamen. Romantische Fischerdörfer, unberührte Landschaften und eine vielfältige Vogelwelt an den spektakulären Klippen rund um die Halbinsel machen die „heiße“ Halbinsel Reykjanes zu einem wirklich interessanten Reiseziel.
Daten & Fakten
Reykjanes
GPS:63° 54' 39.79" N
22° 14' 29.9" W
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